Und täglich grüßt das Murmeltier. So oder so ähnlich könnte man das andauernde Hickhack um Riesas FVG überschreiben. Jedenfalls drängt sich dieser Gedanke geradezu auf, wenn man die Entwicklung um unser Fass ohne Boden so bei Tageslicht betrachtet.
Es wird gestritten – natürlich ums liebe Geld (–> hier). Und nun geht das Ganze in die nächste Runde: Acht Stadträte der verschiedensten Fraktionen haben einen Gruppenantrag gegen die Pläne des Finanz-BM Mütsch gestellt, die FVG “kaputt zu sparen”. Und oh Wunder, stolze fünf (!) dieser acht sitzen im Aufsichtsrat der FVG – Nachtigall, ick hör dir trapsen – da werden doch nicht etwa ein paar Leute Angst um Ihre Stühle haben? Anders ist das Theater ja kaum zu erklären, denn schließlich geht es ja NICHT um die FVG im Ganzen – sondern vielmehr um die Privatisierung der Arena.
Und die muß kommen, daran geht kein Weg vorbei. Für den Betrieb einer solchen Anlage braucht man eben etwas mehr als Aufsichtsräte, da braucht man als allererstes Ahnung, Können, Flexibilität, Unvoreingenommenheit, hab ich was vergessen? Starre Hierarchien und Verwaltungsstrukturen sind da eher weniger gefragt…
Aber es ist ja nicht so, dass nur der Betrieb der Arena vergeigt wird, nein, auch mit dem Betrieb der MaRie hat man so seine Probleme – die MaRie soll der FVG entzogen werden. Warum? Deshalb:
So seien die Strukturen in der FVG „zu streng und zu hierarchisch“, es gebe zu viele Verwaltungsebenen, „einige Entscheidungsprozesse dauern zu lange“. Als Beispiel verwies er auf die Akkreditierung neuer Studiengänge. Das dürfe „nicht Jahre dauern“, wolle man als Hochschule konkurrenzfähig bleiben.
Quelle: SZ vom 2.4.2010
Es wäre ganz sicher sinnvoll, wenn sich die fünf Stadt- und FVG-Aufsichtsräte mal mit ihrer Arbeit der letzten Jahre beschäftigen – und sich vor allem der Frage “Was haben WIR denn falsch gemacht, dass wir immernoch nur mit dem Finanztropf der Stadt überleben können?” stellen würden, das wäre doch mal ein Ansatz.
Ganz von ungefähr kann diese Häufung von Fehlschlägen in den letzten Monaten ja nicht kommen, oder warum sonst kommt diese “Firma” nicht mehr aus der Kritik?
Dass man mit einer städtischen GmbH auch Geld verdienen kann, beweist die WGR, die so richtig schwarze Zahlen schreibt. Hier funktioniert das Management – und das weckt natürlich Begehrlichkeiten. Sofort nach Bekanntwerden des Betriebsergebnisses wurde der Ruf laut, die WGR soll sich an der Haushaltskonsolidierung der Stadt beteiligen. Und von wem kam der Ruf? Frau Knebel (Fraktionschefin Die Linke), ihres Zeichens Aufsichtsrat der FVG und Mit-Antragstellerin – so schliesst sich der Kreis…


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